Siknäsfortet

Um die ständige Feuerbereitschaft der verschiedenen Geschütze sicher zu stellen, wurden sowohl große Munitionslagerstätten als auch Unterbringung und Freizeitmöglichkeiten für das Bedienungspersonal benötigt, die dort im
Verteidigungsfalls in Schichten arbeiten und leben können mussten. So gab es Schlafquartiere, Duschräume und Toiletten, Küchenräume, Esszimmer, und auch Reserve-Stromgeneratoren und selbstgebohrte Brunnen. Im Kopf der Bunkeranlage befand sich das Gefechtsführungszentrum, wo alle Informationen verarbeitet und Schießdaten sowie Instruktionen weiter gegeben wurden. Rund 30 ähnliche Festungsanlagen wurden in Schweden gebaut, die alle mit einem Schutz gegen Schock- und Stoßwellen versehen waren und über eine ABC-Schutzanlage verfügten. Das Fort ist in vier Etagen aus Beton gegossen und ruht auf Federn, die die Vibration des Felsgrundes auch bei einem Atomwaffenangriff reduzieren sollten.
Die Treppe hinunter zur Anlage führt zu einem Stoßwellentunnel. Hier ist, im 90-Grad-Winkel, u.a. der Eingang zur Anlage, hinter mehreren Dezimetern dicken Stoßwellentüren. Eine Überdruckanlage sollte verhindern, dass giftige Luft eindringt. Die eingepumpte Luft wurde gefiltert.

Geschützturm und Verteidigung

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Die Luftverteidigung der Anlage wurde durch einen Heimatflugabwehrzug
sichergestellt, und eine Infanteriekompanie sicherte rundum. Die
Hauptbewaffnung bestand aus acht 15,2 cm Geschützen Modell 03, in vier
Doppeltürmen eingebaut. Die Türme waren handgelenkt und die Geschützrohre konnten getrennt voneinander in der Höhe gerichtet werden. Das Feuer wurde von der Feuerleitung geführt. Schutzgraben, Verbindungsgraben und Schutzräume waren in den Felsgrund hineingesprengt.

Das Fort, Turm 1

Siknäsfortet wird durch eine Schleuse zum Schutz gegen ABC-Kampfmittel
betreten. Danach erreicht man eine modern ausgestattete Restaurantküche mit angrenzendem Esszimmer für gut 20 Personen. Die Mahlzeiten wurden hier wechselweise eingenommen, um eine ständige Feuerbereitschaft aufrecht zu erhalten. Die gesamte Zwischenetage wurde als Quartier für das
Geschützbedienungspersonal genutzt – etwa 80 Offiziere und Soldaten. Alle Betten waren dreistöckige „Stockbetten“ und der einzige Unterschied zwischen Kommando- und Soldatenstuben war die Größe der Räume. Heute, nach dem Bau eines Notausgangs, hat der Verein Siknäsfortet die Genehmigung, hier 30 Gäste übernachten zu lassen. In diesen Räumen lagerten während der Zeit des Kalten Krieges Hier gab es früher zwei Munitionshellegatten, eine für 2.300 St. 15, 2 cm Geschosse und eine für 2.580 St. Ladungen. Diese Munition ist nun aus leichtverständlichen Gründen weggeschafft und die Räume als Museen eingerichtet. Neben diese Räume befindet sich der Laderaum, in dem sich Geschoß, Hülse und Ladung zusammengebracht wurde für den weiteren automatischen Transport innerhalb des „Stängel“ ca. 12 m aufwärts bis zum Geschütz. Ganz unten findet sich eine Feuerleitungszentrale mit Feuerleitungsausrüstung sowie Verbindungszentrale und Telefonzentrale. Dazu gibt es hier eine Stube für den Stab (heute Konferenzzimmer) und ein Zimmer, wo der in dem der Bataillonskommandeur arbeiten und schlafen konnte.