Kriegsschiff und Schule auf See
Fylgia lief 1905 vom Stapel und wurde 1907 in Dienst gestellt. Beim Stapellauf kam der Rumpf ins Wasser; bis zum Dienstbeginn waren weitere Arbeiten nötig. Als Panzerkreuzer war sie ein durch Panzerung geschütztes Kriegsschiff, das für Aufklärung, Kampf und Ausbildung vorgesehen war.
Die Ausbildung wurde zu einer wichtigen Aufgabe ihrer langen Dienstzeit. In 40 Jahren unternahm Fylgia mehr als 20 Auslandsexpeditionen. Kadetten übten während dieser Reisen die Seemannschaft.
Von Weiß zu Grau
Fylgias Aussehen veränderte sich im Laufe der Zeit. Anfangs hatte sie einen weißen Rumpf und gelbe Schornsteine. Bei der Modernisierung 1939 erhielt sie einen grauen Anstrich. Eine Aufnahme von 1945 in der Sammlung des schwedischen Schifffahrtsmuseums zeigt außerdem das weiße Band, das Schwedens Neutralität kennzeichnete. Aufnahmen verschiedener Jahre können dasselbe Schiff daher mit sehr unterschiedlichem Aussehen zeigen.
Fylgia wurde 1953 ausgemustert und anschließend als Zielschiff verwendet. 1957 wurde sie zum Abwracken verkauft. Ihr Rumpf verschwand, doch ein Teil ihrer Bewaffnung bekam eine neue Aufgabe an Land.
Vier Türme für vier Batterien
Fylgia trug acht 15,2-cm-Geschütze in vier Zwillingstürmen. Ein solcher Turm vereint zwei Geschütze in einem geschützten, drehbaren Aufbau. Beim Bau der Siknäsbatterien zwischen 1953 und 1960 wurden alle vier Türme wiederverwendet: Jede Batterie erhielt einen Turm mit zwei Geschützen.
Die Angabe 15,2 cm bezeichnet das Kaliber, also den Innendurchmesser des Geschützrohrs. Eine Batterie ist hier eine militärische Einheit mit Geschützen, Bedienmannschaften und Ausrüstung. Der oberirdisch sichtbare Turm ist nur ein Teil der gesamten Anlage.
So konnte Schiffsartillerie von festen Verteidigungsstellungen aus eingesetzt werden. Die Türme standen über unterirdischen Räumen für die Besatzung und den übrigen Betrieb der Batterie. Die Verbindung zwischen Kreuzer und Siknäs lässt sich damit genau benennen: Die acht Geschützrohre eines Schiffes wurden auf vier Batterien verteilt.
Bei einem Besuch in Siknäsfortet sehen Sie einen dieser Zwillingstürme. Er zeigt, wie Ausrüstung der Marine in Schwedens Verteidigung während des Kalten Krieges weitergenutzt wurde. Auf der Geschichtsseite erfahren Sie mehr über den späteren Weg der Batterien. Die VR-Tour zeigt, wie die Räume im Inneren des Forts zusammenhängen.

